Der Onepot – ein Multikocher mit Schwächen und Mängeln

Das Stöpsel-Problem beim Onepot. Ein Sicherheitsrisiko.

Nachdem ich nun mit dem Onepot ein paar mal gekocht habe, ist es an der Zeit, ein Zwischenfazit zu diesem Multikocher zu ziehen. Konnte der Onepot bisher alle Erwartungen erfüllen? Was habe ich für Erfahrungen mit dem Onepot gemacht?

Genau dies will ich in diesem Artikel einmal zusammenschreiben.

Einfache Bedienung

Der Onepot-Multikocher ist einfach zu bedienen. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Man muss lediglich den Onepot mit den Zutaten bestücken und das entsprechende Programm einstellen. Das geht über das große Display und die Tasten sehr einfach. Jeder Tastendruck wird mit einem Piepsen quittiert; eine Art akustisches Feedback. Muss man ein “weiter hinten” liegendes Programm ansteuern, reicht es die Programmwahltaste gedrückt zu halten. Der leuchtende “Cursor” hüpft dann schnell durch die Programmliste.
Drückt man allerdings zu lange und überspringt das gewünschte Programm, muss noch einmal das gesamte Repertoire durchgegangen werden. Eine Steuerung “rückwärts” gibt es nicht.

Das Mixpaddel – eines der wirklich netten Gimmicks des Onepots – ist leicht einzusetzen und auch wieder easy zu entfernen.

Das der Onepot nach dem Kochvorgang automatisch in den Warmehaltemodus steuert ist ebenfalls ein hilfreiches Plus für den Onepot. Man steht ja nicht ständig in der Küche und wenn man mal das Tuten zum Ende des Kochprogramms überhört und “Stunden später” voller schlechtem Gewissen in die Küche eilt, ist das Essen nicht etwa versaut, sondern mit einer essbaren Temperatur verzehrfertig.

Reinigung des Onepot

Der Innentopf des Onepot lässt sich wirklich einfach reinigen. Selbst nach Rezepten, die ein Anbraten benötigen, kann man mit etwas Spülmittel, Wasser und einem Lappen den Topf ganz einfach säubern. Im Ernstfall reicht ein Einweichen des Topfs in Spülwasser für ein paar Minuten aus, um danach den Innentopf wieder blitzblank sauber zu bekommen. Man muss nur wirklich darauf achten, nicht mit rauen Spülhelfern oder gar Scheuermitteln dem Topf zu Leibe zu rücken. Der Onepot-Innentopf ist beschichtet und die Beschichtung laut Herstellerangaben nicht so robust, dass sie mehr als sanfte Reinigung verträgt.

Was mich nervt ist der Deckel. Dieser saut beim Kochen immer ein. Sei es, weil Kochgut an der Innenseiten entlang schlingert oder Dämpfe den Deckel mit einer Schicht überziehen. Es ist  ja völlig normal, das derlei beim Kochen passiert. Nach dem Gebrauch des Onepots muss der Deckel immer gereinigt werden. Hier wäre es toll, wenn man ihn abnehmen könnte. Kann man aber nicht. Die Gebrauchsanweisung zum Onepot warnt davor, den Topf wie auch immer auseinander nehmen zu wollen. Man muss den Deckel also stationär reinigen. Dazu gehört es zur eigenen Sicherheit, den Stromstecker aus der Steckdose zu ziehen, denn es tropft auch bei einem medium-nassen Lappen manchmal in und um den Onepot herum. Feuchtigkeit und Elektrizität vertragen sich nicht so gut miteinander!
Also muss man immer irgendwie den Deckel am Onepot selbst mit einem feuchten Lappen oder Tuch reinigen, was je nach Verschmutzungsgrad umständlich und mühsam ist. Außerdem bleibt stets das unwohle Gefühl zurück, dass es nicht perfekt sauber geworden ist. Naja.

Noch ein Hinweis: Der Onepot hat hinten unter dem Deckel ein kleines abnehmbares Behältnis für Flüssigkeit. Kocht man mit dem Onepot und öffnet danach den Deckel, läuft auf der Innenseite Kondenswasser/-brühe den Deckel hinunter, tropft auf den Onepot und versickert dann unterhalb des Deckels … in besagtem Auffangbehälter. Dieser sollte natürlich nach dem Onepot-Gebrauch geleert und gesäubert werden. Vergisst man das, bildet sich vielleicht nach wenigen Tagen neues Leben darin.

Braten im Onepot

Ich habe mit dem Gulasch-Rezept das Braten-Programm das erste mal genutzt. Es lief nicht so gut mit dem Braten. Fleisch verlangt eigentlich immer eine ordentliche Hitze beim Braten. Das Bratfett/-öl muss wirklich heiß sein, damit die echte Bratdauer sehr kurz gehalten werden kann. Sobald sich eine schöne Kruste gebildet hat, gart Fleisch am besten bei niedrigeren Temperaturen weiter.

Die Standardeinstellung des Braten-Programms liegt beim Onepot bei 140°C. Das ist viel zu wenig. Man kann die Temperatur aber auf 180°C stellen. Ich hatte den Eindruck, dass die Erhöhung der Temperatur bei laufendem Bratprogramm nicht funktioniert. Ich musste vielmehr zuerst den Onepot auf “Braten” stellen, dann mit der Temperatur-Taste die Temperatur auf 180°C stellen und dann den Onepot starten. Gefühlsmäßig bringt das ein wenig was. Doch es reichte noch immer nicht wirklich.

Ich habe es gewagt, Steaks im Onepot zu braten. Das war ein so großer Fehlschlag, dass ich die Steaks nach ein paar Minuten, in denen sich abzeichnete, dass der Onepot nicht die erforderliche Hitze würde entwickeln können, in eine heiße Pfanne umsiedelte. Zack – das war richtiges Steak-Braten!

Echtes Braten von Fleisch gehört für mich nicht zu den Stärken des Onepots. Jede Pfanne, jeder Bratentopf ist ihm da bei weitem überlegen.

Kommen wir zu einem unrühmlichen Kapitel … welches fast schon eine Sicherheitswarnung ist:

Die Deckelfüßchen am Onepot – ein gravierender Materialfehler und Sicherheitsrisiko

Das schwerwiegendste Problem am Onepot habe ich mir für das Ende dieses Artikels aufgehoben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man das sogar als Sicherheitsrisiko einstufen kann. Am Deckel sind am unteren Rand drei Kunststoff-Stöpsel versenkt. Schließt man den Deckel verhindern diese Kunststoff-Füße das Aufsetzen vom Deckel auf dem Chassis des Onepots und damit Beschädigungen am Material.

Leider fiel mir beim Gulasch einer der Stöpsel einfach raus. Glücklicherweise neben den Topf. Ich hatte es beim Kochen nicht bemerkt und fand ihn später hinter dem Onepot, wohin er sich versteckt hatte. Es war der linke Stöpsel.

Vorgestern nun holte ich den Onepot wieder vom Schrank und kochte mir den “Faulen Koch”. Ich führte keinen Sicherheitscheck im Vorfeld durch. Allerdings fiel mir nach dem Kochen das abermalige Fehlen eines dieser Stöpsel auf. Dieses Mal war’s der in der Mitte. Und … ich fand ihn nicht wieder. Da meine Familie weiß, wie die Dinger aussehen und einen versehentlich herumstreunenden Stöpsel sicher gemeldet hätte, bleibt nur eine unbequeme Schlussfolgerung: der Fuß muss ins Essen gefallen sein und ich habe ihn mitgegessen.

Oooops. :(

Das Stöpsel-Problem beim Onepot. Ein Sicherheitsrisiko.
Fehlerhaft und ein Risikofaktor: die kleinen Stöpsel fallen aus dem Onepot-Deckel heraus. Und wenn’s blöd läuft – ins Essen! Und wenn es noch blöder kommt, dann merkt man es nicht mal!

Ich lebe (ein paar Tage später) immer noch. Folglich geht von einem unabsichtlich gefutterten Kunststoff-Stöpsel keine unmittelbare Lebensgefahr aus. Aber … es stellt sich abrupt ein ungutes Gefühl ein. Das darf einfach nicht passieren!

Ich hatte bereits nach dem ersten Vorfall Kontakt mit Onepot aufgenommen und das gemeldet. Ich weiß, dass das Problem bei Onepot bekannt ist. Es gibt Onepots, bei denen das nicht passiert; es gibt aber auch welche, wo die Stöpsel wie bei meinem Exemplar raus fallen.

Onepot muss hier schnellstens eine Lösung finden. Ich bin mir sicher, dass nicht alle Nutzer bei derlei Vorfällen so ruhig reagieren wie ich. Diese herausfallenden Kunststoff-Stöpsel sind ein ganz gravierendes Problem. Ich kann mir auch vorstellen, dass kleinere Kinder beim Schlucken gröbere Probleme bekommen können, als es bei Erwachsenen der Fall ist. Aber auch hier muss nur ganz blöd was “zusammenpassen” und von so einem Stöpsel geht schlagartig Gefahr aus.

Fazit

Alles in allem stellt sich die Frage, ob ich weiter mit dem Onepot kochen werde. Und: ja, das werde ich. Heute Abend wieder, wenn ich das erst neulich auf der Onepot-Seite erschienene Quinoa-Gemüsepfannen-Rezept nachkoche. Das ist vegan, klingt lecker und mal wieder was neues. Ausreichend Gründe, um das Rezept zu kochen.

Ich werde aber noch mehr als bisher auf das Drumherum des Onepots achten. Außerdem hoffe ich auf ein paar Hilfestellungen und Informationen von Onepot. Ich weiß, dass meine Artikel dort nicht unbemerkt bleiben. So auch dieser.

Die Idee hinter dem Onepot-Multikocher ist sicher gut. Das Gerät ist stylisch, voller interessanter Funktionen und vom Prinzip her super für kleine Küchen und Singles geeignet! Aber dafür muss der Onepot auch sicher sein. Und das ist er – zumindest mein Modell – nicht!

Alle bisher gekochten Onepot-Rezepte findest du hier in der entsprechenden Rubrik: Onepot-Rezepte.

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Das brauchst du für dieses Rezept:

4 Kommentare zu „Der Onepot – ein Multikocher mit Schwächen und Mängeln“

  1. Danke für den Artikel und die Bewertung.
    Ich habe auch das Teil und finde die gleichen Mankos.
    Der Deckel und dessen Reinigung ist auch für mich störend. Dabei währe es so leicht, den Deckel mit einem Abnehm-Mechanismus zu versehen und das Elektrische über einen Steckkontakt. So könnte man den Deckel auch schön reinigen. Nach dem Reis kochen bspw. sieht der ja immer wie Sau aus.
    Ich kippe das Teil und halte den Deckel unter den Wasserhahn, auf die Gefahr, dass der Motor vielleicht mal Wasser zieht aber dafür stört mich das mit dem Reinigen schon zu arg.
    Aber noch ein anders großen Manko ist das Überkochen!!
    Gar zu bequem ist, Zutaten rein – Programm wählen und laufen lassen. Aber selbst mit der angegebenen Menge Reis ist mir das schon zwei mal übergekocht. Oder das letzte Mal Marmelade. Ca 1 Kg pürierte Erdbeeren und Gelierzucker. Programm gewählt und machen lassen. Dauer 1 Stunde steht man ja nicht dabei. Leider das ganze übergekocht unter den Topf, sogar in die Lüftungsgitter. Aber auch unter dem Einsatz nach innen unter die Heizplatte gelaufen und da fest gebrannt. Wie soll man das da reinigen unter der Heizplatte.
    Liebe Ingenieure?
    Dieses Aufschäumen und überkochen passiert anscheinend öfters. Von ca 20 mal genutzt mindestens 3-4 mal über gekocht.

  2. Hallo, Herr Dutschke!
    Ich habe mir vor ca. 10 Tagen den One Pot zu einem unschlagbaren Preis von 85 Euro zugelegt und auch schon jeden Tag getestet.
    Ich wollte mir zeitgleich auch einen Krupps Cook4me Connect Multikocher holen und beide testen, das hat leider nicht geklappt. Ich bin mir nun nicht sicher, ob ich das Teil behalten werde. Die Programme sind super und man kann nicht viel falsch machen, es gibt nur kein Schnellkochprogramm.
    Als erstes habe ich Joghurt gemacht, abends die Milch eingefüllt, früh war er fertig. Natürlich nicht so “fest” wie gekaufter, aber das ist mir im normalen Topf auch nicht gelungen. Vom Geschmack her war er top. Dann wurden Pommes probiert. Das hat mich nicht überzeugt, das Öl wurde nicht heiß genug.
    Gut gelungen ist der Schweinebraten im Slow Cook Verfahren. Heute habe ich eine Focaccia gebacken und nach der Hälfte der Backzeit einfach umgedreht und zu Ende gebacken. Sie ist super geworden, vorher habe ich auch den Hefeteig darin gehen lassen.
    Mir gefallen die voreingestellten Programme, man hat viele Möglichkeiten zum Ausprobieren. Auf der Internetseite stehen auch einige Rezepte, aber sonst findet man relativ wenig über dieses Gerät. Einige Programme sind leider gar nicht beschrieben in der Anleitung und auch nicht auf der Internetseite.
    Störend ist, das die am meisten benötigten Programme erst am Schluß des Bedienfeldes sind und man erst alle Programme durchklicken muss. Der Deckel, der nicht abgeht, ist auch ein Manko. Wenn man mit viel Flüssigkeit kocht, entweicht auch ziemlich viel Dampf, deshalb habe ich den Pot auf mein Ceranfeld unter die Dunstabzugshaube gestellt und lasse sie laufen, wenn der Pot in Betrieb ist.
    Es steht auch eine Grillfunktion auf dem Display, leider finde ich gar nichts darüber, weder auf der Internetseite noch woanders.
    Das Brotbackprogramm habe ich leider noch nicht getestet, aber so wie ich es herauslese, kommen alle Zutaten in den Pot mit dem Mixpaddel. Wird der Paddel dann irgendwann entfernt oder mit eingebacken?
    Vielleicht können Sie mir noch ein paar Hinweise geben und ob sie ihn noch benutzen oder lieber den Hans oder einen anderen Multikocher.
    Eine gute Zeit und liebe Grüße aus Thüringen
    PS: Das Kloßprogramm werde ich natürlich auch noch ausprobieren.

    1. Natürlich, Ralf! Vielen Dank für deinen Hinweis, dessen Konsequenz ich gleich noch in den Artikel einmassieren werde. Viele Grüße vom Bodensee, Jörg!

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