Soljanka

Soljanka

Soljanka ist ein Rezept für eine russische Suppe, welche es zu DDR-Zeiten in fast jeder Gaststätte als Vorsuppe gab. Besonders dünne Varianten sind mir noch in der Mitropa der Bahn in Erinnerung.

Zunächst sei noch eines vorgeschoben: Wenn du die Soljanka heute noch brauchst, vergiss es und sieh zu, was du sonst noch so an verwertbarem zubereiten kannst. Eine Soljanka wird immer am Tag vor dem Verzehr zubereitet. Immer! Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt. :-) Doch nun zum Kochen.

Soljanka -Rezept fast wie in der DDR

8. Januar 2017
: Egal wie viel du kochst - es wird immer aufgegessen!
: 15 min
: 25 min
: 40 min
: leicht

Voll die leckere Soljanka! Wie in der DDR (außer Mitropa - da war sie immer zu dünn)! Total lecker!

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Ingredients
  • 200g Salami
  • 200g Schinken (gekocht)
  • 150g Schinken (roh)
  • 2 grosse Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 200g kleine Teile ehemaliger Paprikaschoten (rot)
  • ca. 50g Mais aus der Dose
  • ca. 50g Kidneybohnen (die waren vorher auch in einer Dose)
  • 5 Gewürzgurken samt dem Gurkenwasser aus dem Glas.
  • ca. 100g Tomatenmark
  • Öl
  • Salz und Pfeffer und Paprika (scharf) und Chili
Directions
  • Step 1 Zwiebeln schälen, schneiden
  • Step 2 Wurst zerkleinern, Gemüse putzen und zerkleinern
  • Step 3 Zwiebeln in Öl andünsten, danach zunächst Schinken und anschließend Salami mitbraten.
  • Step 4 Gemüse dazu werfen
  • Step 5 Gürkchen kleinschneiden und zum Rest in den Topf + Gurkenwasser aus dem Glas (durch ein Sieb)
  • Step 6 Topf mit Wasser fluten (gutes Stück über dem Rest), Tomatenmark reindrücken, Deckel drauf
  • Step 7 20min köcheln lassen.
  • Step 8 Würzen.
  • Step 9 Fertig.

Das Soljanka-Rezept – in epischer Länge

Wie schon gesagt – es kommt einfach darauf an, was du im Hause hat und was weg muss. Es kann durchaus auch Fleisch sein. Bratenreste oder Kassler sind in gern gesehene Inkredenzien.

Zunächst putzt du die Zwiebeln und schneidest diese in schmale Scheiben. Eine detaillierte Anleitung zum Zerkleinern von Zwiebeln findest du im Artikel: Zwiebeln schneiden für Anfänger.

Anschließend säbelst du die Wurst in appetitliche Stückchen. Es hat sich durchgesetzt, die die Wurst/das Fleisch nicht als Ganzes zu verwenden. Ein scharfes Fleischmesser leistet bei dieser Arbeit hervorragende Dienste.

Sollte das Gemüse in unzerkleinerter Form vorliegen, putzt du das Gemüse zunächst und zerkleinerst es dann in … sagen wir mundgerechte Stückchen. Nutze zu letzterem ein Kochmesser. Mit denen macht das richtig Spaß. Und Spaß willst du ja bei der Zubereitung haben, nicht wahr?
In meinem Fall konnte ich diesen Schritt auslassen, weil ich ihn bereits 2 Tage zuvor durchgeführt hatte. Für das Raclette! Du erinnerst dich?

Auf geht’s – kochen wie im alten Russland

Schnapp dir nun einen großen Topf, gib etwas Öl in selbigen und stell den Kochtopf dann auf den Herd. Ganz wichtig ist es nun, dass du auch Energie unter den Topf gibst. Also Gasherd anwerfen oder das Cerankochfeld mit Strom versorgen. Das Öl wird aufgrund der stetigen Hitze heiß und freut sich auf die Zwiebeln. Gönne dem heißen Öl die Freude und wirf die Zwiebeln in den Topf. Wie das zischt, wie das brutzelt …. Versuche die Zwiebeln am verbrennen zu hindern! Ein guter Kochlöffel ist der angemessene Helfer in diesen Minuten. Nach 1min kippst du die Wurst dazu. Aber noch nicht die Salami! Die wartet noch etwas. Schinken und Zwiebeln braten so zwei bis drei Minuten unter ständiger Aufsicht vor sich hin, bevor die Salami dann auch Ihren Weg in die heiße Topfhölle antritt. Brate so 4min weiter.

Die Soljanka-Geheimzutat: Gewürzgurken samt -wasser

Schütte nun das Gemüse in den Topf. Während sich dieses nun auch in der brütenden Hitze des Topf räkelt, zerkleinere die Gewürzgürkchen und schmeiss sie gleich in den Topf. Und jetzt kommt’s …. Gieße ca 2/3 vom Gurkenwasser aus dem Glas hinterher! Jawohl! Das ist nämlich das Geheimnis einer Soljanka. Ein offenes Geheimnis, das gebe ich zu. Aber wer es nicht weiß …. Pass auf, dass aus den Gurkenwasserverunreinigungen wie Senfkörner, Kräuter etc. nix in die Suppe purzelt. Es ist zwar noch keiner dran gestorben (jedenfalls hörte ich nie davon), doch hatte ich instiktiv das Gurkenwasser durch ein Sieb gegossen. Kulinarische Intuition? Keine Ahnung, ob das so richtig war, aber da am Ende alle die Soljanka gefressen haben, kann es nicht falsch gewesen sein!

Auffüllen damit alle satt werden

Fülle den Topf bis so 3cm über dem bisherigen Inhalt mit Wasser auf, drücke das Tomatenmark dazu (Ich hatte so eine 200g-Tube.), putze und presse den Knoblauch dazu. Anschließend habe ich noch nen Esslöffel Gemüsebrühe dazu gegeben. Deckel auf den Topf und 20min köcheln lassen.

Eigentlich war’s das schon. Nach dem Kochen habe ich probiert …. und … nochmal probiert und …. etwas Salz und Pfeffer und scharfen Paprika dazu gegeben und …. nochmal gekostet und …. Ich fand – es schmeckte nach Soljanka! Es war wie eine Offenbarung. Umwerfend! Ich kostete nochmal. *g*

Dann nahm ich die Energiezufuhr zurück und ließ den Topf bis zum nächsten Tag einfach stehen.

Das Tag danach …

Der große Moment kam dann wie schon erwähnt einen Tag nach dem überaus simplen Kochvorgang. Zusammen mit einem Becher Crème fraîche und etwas Toastbrot (Stangenbrot oder Baguette kommen bestimmt auch gut) sowie scharfen Chili für die heißen Gemüter begannen wir die Suppen-Orgie. Auf einen tiefen Teller nimmst du am Besten noch einen Esslöffel Crème fraîche, verrührst dieses vorsichtig in der Suppe und ….. HMMMMMMM. Fantastisch. Das geht sicherlich als weiterer Meilenstein in meiner Entwicklung als meisterlicher Koch durch.

Probiere es einfach mal aus. Gerade nach Festen und Feierlichkeiten bleibt oft viel an Gemüse, Wurst und Fleisch übrig. Dann ist die Zeit für dieses Soljanka-Rezept gekommen.

WARNUNG: Es ist verdammt schwer mit dem Essen aufzuhören.

Fakt: Die Soljanka ist es wert auch nach der DDR weiterhin verehrt zu werden. Dieses leicht abgewandelte Rezept ist mein Beitrag für die Historie. :)

Buchtipp: Wir kochen gern – das Original von 1968 …

Historisches

Vielleicht wirst du dich beim ersten Besuch dieser Seite gefragt haben, was zum Geier eine Soljanka sein soll. Einige andere werden mit bebenden Nüstern an alte DDR-Zeiten denken. Besonders all jene, die der deutsch-sowjetischen Freundschaft schworen. Ob freiwillig oder nicht sei an dieser Stelle nicht vertieft. Eine der herausragenden Errungenschaften aus dieser Freundschaft ist diese russische Suppe, die es interessanterweise immer dann gab, wenn tags zuvor viel übrig geblieben war. Sehr oft spielte keine Rolle, was übrig geblieben war. Denn dies ist eine der großen Stärken einer Soljanka – sie ist die ideale Folgenahrung für Reste. Dieses Rezept gibt dir eine sehr leckere und einfache Möglichkeit an die Hand, wie du ein Zuviel an Essensresten in eine schmackhafte Suppe verwandeln und dabei jedem Hausschwein die Tränen des Bedauerns in die Augen zaubern kannst.

Die obige Zubereitung resultierte aus einem zweimaligen Raclette-Gelage, welchem es nicht gelang auch nur annähernd die herangekarrten Beilagen zu vernichten. Zu einem dritten Raclette hatte niemand mehr Lust und so musste eine Lösung für die ganze Wurst und das Gemüse gefunden werden: eine Soljanka! Und es spielte dabei überhaupt keine Rolle, dass wir Kidneybohnen über hatten, die wir zu DDR-Zeiten gar nicht kannten.

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Das brauchst du für dieses Rezept:


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2 thoughts on “Soljanka”

  • Hey Hey,
    Bin über Ihre Seite gestolpert und jetzt bei der Soljanka angekommen. Es werden wohl einige schon was dazu gesagt haben. Aber dennoch…
    Ich bin ein Kind (mehr auch nicht) der DDR. Soljaka war und ist für mich ein Selbstverständnis, obwohl es diese zuhause nie gab. Trotz dessen weiß ich, dass Mais und rote Bohnen nicht in eine klassische Soljanka rein gehören. Natürlich kann man es machen. Es passt nur nicht zusammen, nicht für mich. An Fleisch sind natürlich Reste perfekt, ansonsten kenne ich Fleischwurst. Als Vegitarier geht auch ohne, der Geschmack kommt schließlich vom Gurkenwasser.

    Mir gefällt Ihre Seite. Angenehmer Schreibstil. Danke dafür.

  • Na ja, Dosenmais und Kidneybohnen standen zu DDR-Zeiten eher selten zur Verfügung.😉 Was aber gut in eine Solhanka reingehört, sind z. B. Fleisch- oder Bratenreste. Und auf jeden Fall der gute alte Ketchup!
    Liebe Grüße!

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